Lauftagebuch einer Mama

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Nach der Geburt meiner 2. Tochter vor 15 Monaten, bin ich auf die schönste Art und Weise im Leben aus der Form geraten. Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit habe ich niemals auf meine Figur geachtet.

Doch die untergehende Herbstsonne, der Duft nach Laub brachten mich vergangenen Sonntag auf eine Idee. Jetzt  möchte ich wieder Kondition aufbauen, meine Fitness verbessern und auch mein Gewicht etwas  reduzieren.

Darum nehme ich mir vor, die nächsten drei Wochen täglich eine Runde joggen zu gehen. Dabei geht es mir nicht darum, das Tempo zu steigern, die Strecke zu verlängern, die Zeit zu verbessern oder an einem Wettkampf teilzunehmen.

Ich möchte meinen Schlechtwetter-Schweinehund besiegen.

Als „Schönwetterläuferin“ laufe ich nur dann, wenn die Sonne scheint.  Im Frühling oder im Sommer laufe ich bei schönstem Sonnenschein durch den Veldensteiner Forst oder das Klumpertal. Doch warum jogge ich so selten in den Wintermonaten? Weil ich eine ausgesprochene Schönwetterläuferin bin.

Jetzt ist es Herbst, die Tage werden kürzer, der Winter steht vor der Tür. Die Luft wird kälter, der Himmel wird grauer, die Pfützen werden größer. Im Herbst macht mir das Joggen keinen Spaß. Morgens ist es mir zu kalt, abends ist es mir zu  dunkel. Lieber mache ich zu Hause Yoga, Pilates. Oder ich gehe schwimmen. Schwimmen ist für mich eine großartige Alternative zum Lauftraining.

 

Lauftagebuch einer Mama

Als frisch gebackene Mama bin ich ständig in Bewegung. Ich versorge die Kinder rund um die Uhr, schlafe ich wenig.
Zum joggen fehlt mir die Zeit. Wie kann ich trotzdem mit dem Laufen beginnen?

  • Passt es mir ein Lauftraining sofort nach dem Aufstehen?
  • Ja. Darum stelle ich die Laufschuhe neben das Bett.
  • Laufe ich am Nachmittag? Ja. Ich organisiere einen Babysitter.
  • Nehme ich die Kinder mit? Ja. Neben dem Spielplatz ist ein Sportplatz.
  • Kann ich laufen am Abend, wenn die Kinder versorgt sind? Ja. Mein Mann unterstützt mich.
  • Bekomme ich alle Verpflichtungen, Termine dieser Woche unter? Ja. Ich setze mein Training auf oberste Priorität.

Werde ich es schaffen, in den nächsten Wochen täglich joggen zu gehen?

Ich entscheide mich, die nächsten 21 Tage laufen zu gehen. Hoch motiviert erstelle ich ein Trainingsprotokoll. Darin notiere ich alle Lauf-Termine und behalte ich einen Überblick. Das Laufprogramm ist einfach. Täglich werde ich nur fünf Runden um den nahe gelegenen Sportplatz laufen. Da eine Runde ca. 300 Meter sind, beträgt die Laufstrecke pro Tag 1,5 km. Das ist sehr kurz, aber ideal für Anfänger, Wiedereinsteiger und frisch gebackene Mamas, wie mich.

Für dich: mein Lauftagebuch als Kalender zum Download

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Tag 1 & 2: Die Methode für Anfänger und Wiedereinsteiger

Zu Beginn laufe ich bewusst langsam, mache kleine, kurze Schritte. Ich nenne es „Schlürf -Methode“. In den Gehpausen atme ich durch und mache mir Gedanken zu meiner persönlichen Lauf-Challenge. Schließlich werde ich nicht nur joggen, sondern auch ausführlich Tagebuch schreiben. Werde ich die Challenge  bestehen?

Tag 3: Stirnband, Schal und Handschuhe

Noch kann ich bewusst den Herbstlauf genießen. Die Luft ist glasklar, der Himmel hellblau und die Sonne scheint. Das Training macht mir Spaß. Jedoch ist es früh morgens schon eiskalt, wie im Winter.

Tag 4: Joggen und bloggen

Nach einem langen Arbeitstag und viel Kuchen bei Opas Geburtstag, gehe ich heute erst am Nachmittag zum Sportplatz, um meine fünf Runden zu laufen. Mehr als die Tage zuvor, fühle ich mich unter Druck. Habe ich mir ein zu hohes Ziel gesteckt? Ich möchte nicht nur vier Wochen täglich joggen, sondern auch für meinen BLOG ein Lauftagebuch schreiben. Beides zusammen führt zu Anspannung und Überforderung.

35 Runden á 300 Meter = 10,5 KM

Tag 5: Kopf sagt ja, Körper sagt NEIN!

Heute ist Donnerstag. Ich fühle ich mich erschöpft, krank und bekomme eine Virusinfektion. Ich esse Obst, trinke Tee, bleibe im Bett und schlafe mich aus. Jede Bewegung ist körperlich anstrengend. Es ist der erste Tag an dem ich nicht joggen gehen kann. Ist es der Anfang vom Ende? Ich überlege mir, wie ich das Lauftraining fortführe, wenn ich einen Tag Pause mache?

Tag 6 und 7: Abgerechnet wird am Schluss

Es ist Samstag. Während meine Familie am Frühstücktisch sitzt, ziehe ich mir heute wieder die Laufschuhe an. Ruhig, langsam und still, laufe ich meine Runden. Einatmen, ausatmen, Pause machen, weiterlaufen.  Das ausgefallene Lauftraining der beiden letzten Tage hole ich nach. Freitag bin ich zwei  Runden zusätzlich gelaufen. Am Samstag laufe ich noch drei Runden mehr. Dabei schaue ich nicht auf die Uhr. Ich achte auf meine Atmung, höre auf meinen Körper, zähle die Runden und laufe mit Herz und Verstand.

Fazit: Die erste Laufwoche war eine Herausforderung für die Gesundheit.

 

Tag 8: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.

Durch den Regen zu laufen macht mir wider Erwarten nichts aus. Meine kleine Tochter Margarethe (1,5 Jahre) läuft mit kurzen, tapsigen Schritten ein Stück mit. Gemeinsam hüpfen wir durch die Pfützen, kommen  raus aus der Sonntag-Nachmittag-Komfortzone. Raus an die regnerische aber frische Herbstluft. Zur Belohnung gibt es ein sportliches Sonntagsfoto von meiner mit uns beiden von meiner Tochter Gisela (9 Jahre).

Tag 9: Oh je, schon wieder Sport.

Der Wecker klingelt, Montag 6 Uhr. Die Nacht war unruhig. Keine Lust aufzustehen. Die Laufkleidung liegt bereit, ich schlüpfe in meine Turnschuhe. Gleich vor der Arbeit laufe ich los.

Tag 10: Laufen mit Muskelkater

Am Wochenanfang habe  ich Trainingstermine bei meinen Klienten zu Hause.  Mit intensiven Workouts, welche wir gemeinsam durchführen, trainieren wir die Bein, Arm und Rumpfmuskulatur. Wir fühlen uns stark und kräftig. Ein Muskelkater kündigt sich an. Meine Oberschenkel-Muskulatur ist erschöpft, das Laufen fällt besonders schwer.

Tag 11: Laufen verbindet

Zum Glück möchte eine Klientin in das Trainingsprogramm mit einsteigen. Gemeinsam laufen macht mehr Spaß. Wir tauschen uns aus, dosieren das Tempo, planen die nächsten Trainingseinheiten und fühlen uns nach dem Training viel besser als zuvor.

Tag 13: Schweinehund besiegt!

Nach einem Erholungstag sind der Kopf und die Nase frei. Ich fühle mich fit und gesund. Meine Tochter bringe ich zum Schulbus. Gleich im Anschluss laufe ich locker 10 statt 5 Runden! Damit hole ich die versäumten  Runden vom Vortag auf! Spürbar hat sich meine Kondition verbessert. Ich laufe ohne Gehpausen. Der Schweinehund ist besiegt!

Tag 14: Läuft bei mir

Laufen im Herbst ist toll. Seit zwei Wochen laufe ich täglich. Während ich die Runden zähle, beobachte ich die Rehe auf dem Feld, die Zugvögel auf dem Weg in die Sonne und wie die Wolken am Himmel ziehen. Jetzt bin ich im Dauerlaufmodus.

 21 km in 2 Wochen

Für Anfänger und Wiedereinsteiger ist diese Kurz-Laufmethode das Beste. Für frisch gebackene Mamas bleibt ein tägliches Lauftraining eine organisatorische Herausforderung. Doch dran bleiben lohnt sich. Es stellt sich Gewohnheit ein.

Fazit: Bereits nach 14 Tagen hat sich spürbar die Ausdauer verbessert.

Tag 15: Sportplatz & Spielplatz

Meine Versuche, Maggie zum Spielen in den Sandkasten zu setzen scheitern. Während  ich Runde für Runde renne, sprinte läuft mir das kleine Mädchen weinend hinterher. Ich nehme sie auf den Arm tröste und breche das Training ab. Mehr als 4 halbe Runden laufe ich heute nicht.

Tag 16:  Schneller & Weiter

Am Montag hole ich das Pensum nach. Und wie! Ganz locker, leicht jogge ich gleich mal zehn Runden ohne Gehpausen. Ich fühle mich Fantastisch!

Tag 17: Laufen in der Mittagspause

Bei schönstem Sonnenschein gehe ich nach den ersten Telefonterminen in meiner Mittagspause laufen. So sollte es immer sein. Nach dem Laufen fühle ich mich frei und schenke mit gutem Gewissen alle Aufmerksamkeit meinen Kindern.

Tag 18: Die Bonus-Runden

Mit einer Klientin, auch Mama wie ich, habe ich heute Nachmittag einen Trainingstermin. Zu zweit laufen wir 10 Runden um den Sportplatz in Ihrer Nähe.  Weil wir uns gut fühlen, laufen mit Leichtigkeit die doppelte Rundenzahl.

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Tag 19: Trainingspause

Tag 20: Herbstferien

Wir feiern Halloween mit Freunden, Kindern und der Familie. Die vorgestern gelaufenen Bonus-Runden nehme ich heute in Anspruch. Ich freue mich auf die Herbstferien, denn wir fahren an die Ostsee und machen dort Urlaub. Das bedeutet Taschen packen und die Laufsachen mitnehmen. Vorfreude macht sich breit.

Tag 21: Zeit für eine Auszeit

Mein Immunsystem ist durch notorischen Schlafmangel einer Mama und zu viel Sport geschwächt. Mich fröstelt es. Ich bekomme eine Bronchitis. Zeit für die Gesundheit. Zeit für eine Woche Kurzurlaub mit meiner Familie. Wir fahren in ein Wellnesshotel an die Ostsee.

 Nach der dritten Wochen laufe ich locker, zügig und entspannt.

 

FAZIT: Drei Wochen war ich fast täglich joggen. Das Wetter im Oktober ist ideal für Läufer, Anfänger und Wiedereinsteiger. Locker, zügig und entspannt laufe ich nach zwei Wochen. Mein Körper hat sich an die Belastung gewöhnt. Meine Kondition ist wieder so, wie sie vor der Schwangerschaft war. Ich fühle mich super fit. Der Tagesablauf steht, der Körper ist an die Belastung gewöhnt, konditionell sind drei Kilometer keine Herausforderung. Das Herbst-Wetter im Oktober ist ideal für Läufer. Ich fühle mich super fit. Aus der Mama-Perspektive ist eine tägliche halbe Stunde Training viel Zeit. Unregelmäßige Tagesabläufe, unruhige Nächte, unvorhergesehen Ereignisse erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Mein Partner unterstützt mich, so gut er kann. Er ist stolz auf mich und überzeugt vom Trainingsplan. Nachdem ich vom laufen zurück bin, zieht er seine Laufschuhe an und geht in den Wald joggen.

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